Wer oder was ist eigentlich….der Dannebrog

Wer oder was ist eigentlich….der Dannebrog

Eine der ältesten Nationalflaggen der Welt

Als Dannebrog wird die Nationalflagge Dänemarks bezeichnet. Sie ist eine der ältesten Flaggen der Welt und stellt ein weißes Kreuz auf rotem Grund dar.
Das Wort Dannebrog leitet sich ab vom altnordischen brók für Stoffstück, Tuch sowie dem vorderen Teil danne-, für den es zwei Deutungsmöglichkeiten gibt. Zum einen wird danne- als „dan(sk)ernes“ interpretiert und damit gleichgesetzt mit Zusammensetzungen wie Danevirke oder auch Danmark mit der Bedeutung „Tuch/Fahne der Dänen“.

Zum anderen gibt es die Interpretation, dass das danne- verwandt sei mit dem friesischen Wort für rødfarvet / rot und somit „rotgefärbte Fahne“ bedeute.

Eine erste Abbildung einer roten Flagge mit weißem Kreuz findet sich in einem mittelalterlichen Wappenbuch aus den Niederlanden, dem Armorial Gelre, aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Hier wird die Flagge als Feldzeichen Waldemar IV (Valdemar Atterdag) gezeigt.

1854 wird der Dannebrog Staatsflagge Dänemarks. 1942 verbrannte der älteste erhaltene Dannebrog in der Marienkirche zu Lübeck – hier wurde die Flagge seit 1427 als Kriegsbeute verwahrt.

 

Dänisch lernen mit Kapidaenin
Dannebrog

 

Der Dannebrog Mythos

 

Um den Dannebrog ranken sich viele Geschichten. Die bekannteste von ihnen betrifft die „Geburtsstunde“ der Flagge. Am 15. Juni des Jahres 1219 kämpfte Valdemar II (Valdemar der Sieger) in der Schlacht von Lyndanisse – dem heutigen Tallin – gegen die Esten. Als die Schlacht schon so gut wie verloren schien, soll ein riesiger Dannebrog direkt vom Himmel gefallen sein und die Esten konnten geschlagen werden.

 

In einer Chronik der 1520er Jahre wird dieses Ereignis in das Jahr 1208 nach Fellin (Viljandi) nach Livland, dem heutigen Estland, verortet. Sowohl Christiern Pedersen als auch der Mönch Peder Olsen, die beide an der Chronik schrieben, bezogen sich auf eine heute unbekannte Quelle, die den Mythos des Dannebrogs mit dem weniger bekannten Kreuzzug nach Livland in Verbindung bringt.

Erst der Historiker und spätere Reichskanzler Christian des Vierten, Arild Huitfeld, gibt in seiner Chronik von 1599 dem Dannebrog Mythos seine heutige Form. Er überließ es in seiner Darstellung jedoch dem Leser, ob die Flagge tatsächlich vom Himmel fiel oder vielleicht doch der Papst Valdemar Sejr mit der Flagge ausstattete und so die Geschichte als Symbol gesehen werden sollte.

Obwohl kein direktes Vorbild der Geschichte bekannt ist, gibt es etliche ähnliche Geschichten über Zeichen vom Himmel. So gibt es im mittelalterlichen Portugal das Zeichen eines Kreuzes am Himmel, das den Sieg der Portugiesen über die Mauren voraussagt. Diese Geschichte kann im Dänemark der Zeit sehr bekannt gewesen sein, da Berengaria von Portugal, Tochter des portugiesischen Königs Sanchos I. im Jahre 1214 König Waldemar II heiratete und bis zu ihrem Tod 1221 Königin von Dänemark war.

 

Benutzung des Dannebrogs

 

Es gibt zwar kein festgeschriebenes Gesetz, immerhin aber ein ungeschriebenes für den Gebrauch und die Benutzung des Dannebrogs.

Ein Dannebrog soll frühestens bei Sonnenaufgang, nicht jedoch vor 8 Uhr gehisst werden und spätestens bei Sonnenunterhang wieder heruntergeholt werden. Wird der Dannebrog beleuchtet, kann er auch länger als nur bis Sonnenuntergang gehisst bleiben. Die Flagge ist wertvoll und so soll sie auch behandelt werden – niemals sollte sie die Erde berühren, denn in diesem Fall – so ein altes Sprichwort – drohe Krieg im Königreich.

Achtung: Ausnahmen gelten für Wimpel!

Die sogenannte Splitflag , die zweispitzige Flagge, darf mit wenigen Ausnahmen nur von staatlichen Institutionen wie zum Beispiel dem Königshaus oder dem Militär genutzt werden.

Eine Ausnahme bildet die Splitflag, die die Marine benutzt: sie ist etwas dunkler. Im Gegensatz zum Rot, dessen technische Bezeichnung Pantone 186C ist, wird von der Marine das sogenannten orlogsrød oder auch kraprød benutzt.

Die königliche Flagge beinhaltet außerdem das Königswappen in der Mitte der Flagge. Die jetzige existiert seit dem 16.11.1972



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.