Eine Reise durch Dänemark – Von Bovbjerg Fyr bis Thorsminde

Wir verlassen den schönen Bovbjerg Fyr und machen uns auf Richtung Süden. Doch bevor es immer parallel zur Küste südwärts geht, geht es über die festinstallierte Holztreppe nochmal an den Strand. Was für ein herrlicher Anblick! Steilküste. Meer und endloser Strand!


Auch ein Abstecher ins Landesinnere lohnt sich, bevor es weitergeht. Knapp 4 Kilometer von der Nordsee entfernt liegt Ramme Dige, eine der ältesten bekannten Verteidigungsanlagen in Dänemark. Bisher sind 2,5 km der Wallanlage bekannt, die entlang mehrerer Grabhügel führte und vermutlich den Zugang zu einem vielfrequentierten (Handels-)Weg blockieren sollte.

Steilküste bei Bovbjerg fyr - Treppe
Vor allem hoch ist langer Atem gefragt!

Zu Fuß oder mit dem Rad kommt man vom roten Leuchtturm auf dem Fyrvej, der direkt auf der Steiküste entlangführt, zur Trans Kirke.

Die Kirche, die sich unweit der Steilküste befindet, lag einst inmitten einer Gemeinde, die mittlerweile zur Hälfte der Küste zum Opfer gefallen ist. Lange Zeit hindurch diente die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche als Seezeichen. Interessant ist hier vor allem, dass die Trans Kirke eine der wenigen romanischen Kirchen in Dänemark ist, unter der man mindestens zwei ältere Holzkirchen gefunden hat. Außerdem fand man hier 35 Gräber aus der Zeit der Holzkirchen, in einem von ihnen wurde eine der seltenen Runenmünzen aus der Zeit Svend Estridsens gefunden.

Weiter südwärts gelangen wir zum beliebten Strand an der Høfde Q nahe des Dorfes Fjaltring. Hier sind Sonnenhungrige, Wassersportler und Meerverliebte gleichermaßen willkommen und aufgehoben. Architektur- und Kunstliebhabern sei auch ein Besuch der Kirche von Fjaltring ans Herz gelegt.

Bei einem Abstecher ins acht Kilometer entfernte Bøvlingbjerg kann man die in Dänemark einzigartike Hornwarenfabrik besichtigen und sich mit allerlei Manufakturwaren eindecken.

Zwischen Dünen und Fjord

Es geht weiter auf der Straße Nr. 181 Richtung Süden. Links der Straße Blick über Felder und Wiesen in die Weite bis sich das funkelnde Blau des Nissum Fjordes, mal weiter entfernt, mal ganz an der Straße bemerkbar macht. Rechts teils hohe Dünen, die die 181 von der häufig tosenden Nordsee trennen. Nicht nur Sandverwehungen, sondern auch kleine Überschwemmungen können das Fahren auf der 181 mitunter recht abenteuerlich machen. Aber auch dann ist dieser Straßenabschnitt wirklich eine schöne Strecke – nicht so sehr für Radfahrer leider, da die Straße nicht wirklich breit ist und es zumindest in der Hauptsaison viel Verkehr geben kann. Da kann es echt eng werden. Es lohnt sich aber auf jeden Fall auch der ein oder andere Stop auf einem der sandigen kleinen Parkplätze seitlich der Straße, um über den Dünengürtel zu kraxeln und den schönen Strand, der sich dahinter versteckt zu genießen.

Junger Ort mit Geschichte

Schließlich landen wir in Thorsminde. Der kleine Fischerort mitten auf der Thorsmindetangen genannten Nehrung zwischen Nordsee und Nissum Fjord hat weniger als 400 Einwohner, eine Zahl, die sich – wie man sich denken kann – im Sommer um einiges vervielfacht. Die Schleuse in der Nähe des kleinen Hafens teilt den Ort in zwei Hälften. Weder im nördlichen, noch im südlichen ist hyggelige Dorfatmosphäre zu finden: Dafür ist Thorsminde wohl einfach zu jung, der jetzige Ort entstand nach Anlage der Schleuse um 1870. Die Menschen hier leben hauptsächlich vom Tourismus und der Fischerei – passend dazu ist Thorsminde besonders bei Anglern beliebt. Der Ort wird jedoch auch immer beliebter bei Surfern

Der Name übrigens leitet sich nicht von der nordischen Gottheit Thor her. Als Fleckenname ist Thorsminde schon 1466 als Torsmynnæ erwähnt. Diese Bezeichnung lässt sich auf torsk (Dorsch) und minde/munding (Mündung) zurückführen.

Fantastisch: Blick von Høfde Q auf Bovbjerg Fyr und Trans Kirke
Fantastisch: Blick von Høfde Q auf Bovbjerg Fyr und Trans Kirke (c) Sibille Fuhrken

Wirklich sehenswert ist allerdings das vor einigen Jahren grundsanierte Strandingsmuseum St. George, das sich hauptsächlich mit der Geschichte zweier, hier vor Thorsminde gesunkener britischer Schiffe beschäftigt: HMS St George und HMS Defence, bei deren Strandungen an Heiligabend des Jahres 1811 rund 1400 Menschen ihr Leben ließen.

Die Dünen besonders rund um den heutigen Ort tragen seitdem den gruseligen Namen Dødemandsbjerge – Berge der toten Männer – und südlich von Thorsminde findet sich ein schlichter Gedenkstein, der an diese Katastrophe erinnert.

Mehr zu diesem Küstenabschnitt findet ihr hier:

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