Versetzung gefährdet – aber nicht in Dänemark

Versetzung gefährdet  – aber nicht in Dänemark

Gestern wurde der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr an der Westküste Nordjütlands um 70 Meter ins Landesinnere versetzt.

Laut Medienberichten haben sich gut 15000 Menschen dieses Spektakel angesehen. Und auch nationale wie internationale Presse war vor Ort, etliche Plattformen haben im Live Stream die Versetzung des Turms übertragen.


Und obwohl erstmals in Dänemark ein Leuchtturm versetzt worden ist und niemand wusste, was passieren würde, ist alles gut gegangen. Zum Glück!

Aber wusstet Ihr, dass es bereits mehrere Gebäude in Dänemark gab, die im Ganzen versetzt worden sind?

Vor dem Umzug – der Rubjerg Knude Fyr (c) Sibille Fuhrken

6 weitere dänische Gebäude, die im Ganzen versetzt wurden


Zum Beispiel der Krudttårnet in Frederikshavn. 1974 wurde im Zuge des Hafenausbaus beschlossen, dass der vormals verteidigungsstrategisch wichtige Krudttårnet um 270 Meter versetzt werden sollte. Ganze 4500 Tonnen wurden mit Hilfe von Hydraulik um 5 bis 10 Zentimeter in der Stunde vorwärts bewegt. Bis der Turm seinen Weg zurückgelegt und im Beisein der königlichen Familie wieder eröffnet werden konnte, dauerte es 13 Monate.

Die Ruinen des mittelalterlichen Kaufmannhofes in Odense wurden sogar zwei Mal versetzt. Die Reste des Bauwerkes von 1420 wurden sowohl 1971 als auch 2017 um jeweils 14 Meter versetzt. Beide Male wurde ein Schienensystem benutzt

Auch das Vilhelm Lauritzen Terminal von 1939 wurde versetzt – und zwar um ganze zwei Kilometer. 1999 musste das 2600 Tonnen schwere und 110 Meter lange Terminal einer Erweiterung des Flughafens Kopenhagener weichen und wurde quer über die Landebahn hin zum jetzigen Standort gerollt. Die Versetzung des Terminals erhielt einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde.

Und auch das Rathaus in Randers wurde versetzt – und zwar um drei Meter. Es stammt aus dem Jahr 1778 und musste 1930 Platz für die Autos der Stadt machen. Weit über die Grenzen der Stadt hinaus verfolgten Menschen das Ereignis und auch heute noch markiert ein Granitwinkel im Bürgersteig den vorigen Platz des Rathauses.

Auch das Rigshospital, Kopenhagens bekanntes Krankenhaus, war Schauplatz einer spektakulären Gebäudeverschiebung. 1963 wurde das alte Röntgengebäude um ca 45 Meter versetzt, um Platz zu schaffen für das 16-stöckige Zentralgebäude, das heute sozusagen das Wahrzeichen des Hospitals ist. Interessanter Fakt – während der gesamten Versetzung des Gebäudes konnte der normale Betrieb des Krankenhauses weitergehen.

Und auch die Versetzung eines Wohngebäudes in Hjørring – also ganz in der Nähe des gerade gestern versetzten Leuchtturms Rubjerg Knude Fyr – zog die Blicke vieler Zuschauer auf sich. 1958 musste das 3-stöckige Gebäude um 12 Meter verschoben werden, um einer neuen Straße Platz zu machen. Es wurden Eisenbahnschienen benutzt und gleichzeitig wurde das Gebäude angehoben, so dass die Geschäfte im Keller nun auf Straßenniveau waren. Auch hier war es den Bewohnern des Hauses möglich, während der Arbeiten in ihren Wohnungen zu bleiben. Man erzählt sich die Geschichte, dass die Arbeiter vergaßen, eine ältere Dame zu informieren als die Verschiebung beginnen sollte und sie während der Versetzung des Gebäudes ein Mittagsschläfchen hielt.



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