Jyllands Fyrtårne – Lyngvig Fyr

Jyllands Fyrtårne – Lyngvig Fyr

Am 31. Januar 1903 war der Dampfer Avona aus Bergen auf dem Weg von New Orleans nach Aarhus. Vor Bjerghuse, einem kleinen Ort südlich von Thorsminde, geriet die Avona in Seenot und strandete. Die 24 Seeleute an Bord waren ohne Kapitän, der während der Überfahrt auf dem Atlantik verstorben war. Sie trafen die fatale Entscheidung, von Bord zu gehen – doch leider boten ihnen die Rettungsboote nicht die erhoffte Zuflucht und alle 24 Seemänner ertranken in der stürmischen See.

(c) SFuhrken
Fast majestätisch: Lyngvig Fyr

Ein neuer Leuchtturm muss her


Nach diesem Unglück errichtete man 1906 an der dänischen Westküste einen weiteren Leuchtturm – und zwar den Lyngvig Fyr.

Die Küste war hier immerhin auf einer Strecke von 125 km, von Bovbjerg bis Blåvands Huk, bisher ohne weiteren Turm.
Und so errichtete man auf einer 17 Meter hohen Düne den 38 Meter hohen Leuchtturm – das entspricht einer Feuerhöhe von 55 Metern. Das Licht des Lyngvig Fyr ist 40 Kilometer weit zu sehen.

Anfangs wurde der Leuchtturm mit Gas, später mit Petroleum betrieben. Schließlich bekam er 1946 ein Gleichstromkraftwerk und lief seitdem elektrisch. Nachdem er im Jahre 1955 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde, wurde er 1965 voll automatisiert. 2011 ersetzte man die drehende Linse durch eine feste LED Leuchte.

Lyngvig Fyr
Toller Spaziergang zum Strand inklusive: Besuch am Lyngvig Fyr

Aussicht zog schon immer Besucher an

Mehr als 50000 Menschen besuchen jährlich den Lyngvig Fyr. Sie genießen die spektakuläre Aussicht – und das taten die Menschen schon immer!

Von Anfang an war der Turm für Besucher zugänglich. Anfangs musste man 25 Öre bezahlen , um – immer in Begleitung eines Mitarbeiters – den Turm ersteigen und den Blick von oben genießen zu dürfen. Und 25 Öre waren in jener Zeit nicht wenig Geld.

Überliefert ist, dass Leuchtturmwärter Nedergaard, der bis zur Automatisierung des Turms im Raum oben im Turm sein Büro hatte, „die Touristen so gern hatte wie die Katze den Senf“ und die außer Atem geratenen Besucher oben mit flotten Sprüchen begrüßte.

Heute müssen sich Besucher zum Glück keine Bemerkungen mehr über ihren Fitnesszustand gefallen lassen – bei 228 Stufen, die erklommen werden müssen, sind die meisten jedoch bestimmt immer noch außer Atem. Zumindest etwas.



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