Jyllands Fyrtårne – Hanstholm Fyr

Jyllands Fyrtårne – Hanstholm Fyr


Der Leuchtturm von Hanstholm ist mit seinen 23 Metern nicht besonders hoch. Der Hanstholm Fyr wurde jedoch auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet und erreicht somit eine Feuerhöhe von 65 Metern.

Hanstholm Fyr ist der erste Leuchtturm an der Westküste Jütlands. Von der Aussichtsplattform hat man einen phantastischen Blick auf die karge Westküstenlandschaft und den Hafen der Stadt.

Blick vom Hanstholm Fyr
Der Aufstieg lohnt sich – Ausblick vom Hanstholm Fyr

Tragische Geschichte

An den Hanstholm Fyr ist eine tragische Geschichte geknüpft.


Im Jahre 1842 beauftragte die Handelskammer den Kapitän, Maurermeister und Stadtratsmitglied G.N. Sibbern , in Hanstholm einen Leuchtturm sowie die dazugehörigen Gebäude zu errichten.
Jammer- wie auch Vigsøbucht, an deren südlichen Ende Hanstholm liegt, waren schon immer gefährliches Fahrwasser – unter anderem führten tückische Sandbänke zu zahlreichen Strandungen mit vielen Toten. Ein Leuchtturm wurde also dringend gebraucht.

Sibbern arbeitete mit dem Architekten Holgreen zusammen und die Arbeiten an dem Projekt schritten zügig voran.

Als im Herbst des gleichen Jahres die Optik im Turm installiert wurde, stellte man kurz darauf fest, dass die Wände des Turms viel zu dünn waren, um die schwere Optik dauerhaft tragen zu können. Die Handelskammer machte Sibbern dafür verantwortlich und warf ihm vor, den Vertrag missverstanden zu haben. Sibbern stritt jedoch ab, den Turm mit der falschen Wandstärke errichtet zu haben und berief sich darauf, dass der Vertrag nicht eindeutig gewesen sei.

Trotzdem erklärte er sich dazu bereit, den Turm wieder abzutragen und auf eigene Kosten einen neuen Leuchtturm zu errichten, der den Spezifikationen der Handelskammer entsprach.

Der Architekt Holgreen, der für den alten Turm mitverantwortlich zeichnete, kam mit der Blamage des Baus nicht zurecht und nahm sich tragischerweise das Leben.

Hanstholm Fyr mit Nebengebäude im Vordergrund
Der achteckige Leuchtturm von Hansthom

Sibbern konnte für den neuen Turm den Architekten Jacobsen gewinnen. Er machte den alten Turm dem Erdboden gleich und ließ an gleicher Stelle den heutigen achteckigen, damals noch 20 Meter hohen Turm errichten.

Im Dezember 1843 ging der Hansthom Fyr erstmals in Betrieb. 1889 wurde der Turm auf 23 Meter erhöht und bekam eine neue Laterne mit elektrischer Bogenlampe sowie zwei Nebelhörner.

Als der Leuchtturm 1924 mit einer Glühfadenlampe ausgestattet wurde, deren Leuchtkraft 8.000.000 Hefner Einheiten betrug, galt der Hanstholm Fyr als lichtstärkster Leuchtturm der Welt. Die Einweihung des Hafens führte 1967 zu einer Reduzierung der Lichtintensität, da die Schiffe im Hafen erheblich geblendet wurden. 1970 wurde Hanstholm Fyr automatisiert und 1993 stillgelegt.



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