Die 7 Wunder Nordjütlands – Die Tangdachhäuser von Læsø

Auch die Tangdachhäuser auf Læsø gehören zu den sieben nordjütischen Wundern. Heute gibt es noch 19 Häuser mit Tangdach auf der Insel.

 

Treibholz und Seegras

Über lange Zeit, in der es auf Læsø weder Holz noch Stroh gab, wurde für den Bau von Häusern Treibholz und Seegras, das beides reichlich an der Küste zu finden war, verwendet. Sowohl das Holz als auch das Seegras war vom Salzwasser so gut imprägniert, dass es äußerst haltbar war.

Um ein Haus mit Tang einzudecken, waren viele Leute erforderlich, die mithalfen. Frauen drehten aus dem Tang lange Bündel zusammen, an deren Ende eine Art Stiel entstand. Anschließend wurden die Tangbündel verdichtet, indem man mit den Füßen darauf herumstampfte.

Die Enden der Tangbündel wurden dann um drei der Dachlatten gewickelt, so dass eine Art Wulst entstand, auf dem loser Tang verteilt wurde.

Für den Dachfirst stach man Torfsoden, die idealerweise auf dem Dach mit dem Gras verwuchsen.

 

Læsø Tangdachhäuser

 

Dachfirste als Aussichtspunkte

 

Offenbar waren die Dachfirste so breit, dass darauf ein Stuhl Platz fand und die Bewohner der Tangdachhäuser von dort aus nach Schiffsstrandungen Ausschau hielten. Strandungen waren nicht nur was den Nachschub an Holz anging interessant – für die Mithilfe bei Bergungsarbeiten wurden die Inselbewohner oftmals bezahlt.

Ende des 20. Jahrhunderts hatten die meisten Häuser auf Læsø ein Dach aus Tang.

 

Læsø Tangdachhäuser

 

Museumshof På Lynget

 

Das Tangdach des Museumshofes På Lynget östlich von Byrum ist das größte und am besten erhaltene Tangdach auf der Insel. Das Dach des vierflügeligen Hofes aus dem 17. Jahrhunderts ist besonders dick und mit blühenden Pflanzen bewachsen.
Für das Dach des Hofes wurden – so schätzt man – mindestens 500 Wagenladungen Seegras verwendet, während der Hof selbst aus Treibholz und Holz aus Schiffsstrandungen errichtet wurde.

1938 wurde der heutige Museumshof vom Heimatverein gekauft und die letzte Besitzerin Sine Krogsbæk wohnte darin bis zu ihrem Tod 1949. Im Haus wurde kaum etwas verändert und so zeigt es heute quasi den Zustand von 1860 – sogar die Möblierung von Sines Eltern ist erhalten.

Außerdem kann man das Hedvigs Hus, das ebenfalls zum Museum gehört und vom Verein restauriert wurde – und laufend wird – besichtigen.

 

Læsø Tangdachhäuser

 

 

 


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