Aussprache Dänisch- das Special

Aussprache Dänisch- das Special

Dänisch ist schön – aber wie spricht man das aus?

Neulich wurde ich per E-Mail gefragt „Deine Sprachlektionen, schön und gut, aber wie spreche ich das aus?“ und deshalb widme ich mich diesem Thema nochmal am heutigen Sprogonsdag.

Manchem mag dies vielleicht schon bekannt vorkommen, aber, ganz ehrlich, Wiederholungen schaden beim Sprachenlernen kein bisschen – deshalb: auf geht’s.

Ich habe schon viel über Dänisch gehört – von „heißer Kartoffel im Mund“ über „hingenuschelt“ bis „das kann ich nur nach 3 Bier richtig aussprechen“. Aber so wild ist das alles gar nicht und für mich ist es immer noch eine der am schönsten klingenden Sprachen überhaupt. Dänisch <3!

 

Aussprache des Dänischen – Besonderheiten

Das dänische Alphabet hat drei Sonderbuchstaben: æ, ø und å.

Der Buchstabe æ wird wie [ä] ausgesprochen, das ø wie [ö] und das å wie ein offenes o [ǫ]. (Ein offenes o wie zum Beispiel im deutschen Wort „Ordnung“)

Dazu vorab nochmal ein Hinweis zu Kapidaenins Lautschrift: Die Lautschrift wird immer in eckigen [ ] Klammern wiedergegeben. Allerdings handelt es sich dabei nicht (!) um die offizielle Lautschrift. Um nicht noch zusätzliche Zeichen lernen zu müssen, habe ich versucht, die Lautschrift so einfach wie möglich darzustellen – also, wann immer möglich, durch bekannte Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen. Und genau so solltet Ihr auch vorgehen, wenn Ihr Euch die Lautschrift eines Wortes notiert – falls Ihr die Lautschrift, wie sie in Wörterbüchern zu finden ist, nicht beherrscht. Wichtig ist schließlich, sich merken zu können, wie man ein Wort ausspricht!

Grundsätzlich ist die Aussprache einzelner Buchstaben gar nicht so anders als im Deutschen – aber ein paar Unterschiede gibt es natürlich trotzdem. Sonst wäre es ja langweilig.

 

Aussprache des Buchstabens s

 

Ein Unterschied, der im Übrigen für alle skandinavischen Sprachen in Bezug aufs Deutsche gilt, ist, dass das s immer scharf ausgesprochen wird. (Sicher erinnert Ihr Euch doch an „it’s ssso easssy“ in den ABBA-Songs?)

Ein w gibt es ursprünglich im Dänischen nicht, das v wird daher – wenn es gesprochen wird und nicht stumm ist –  wie [w] ausgesprochen.

 

Aussprache des Buchstabens v

 

Das y wird ausgesprochen wie das [ü]. Im Deutschen wird y oft wie ein [i] gesprochen, was im Dänischen zu einiger Verwirrung sorgen kann. Ihr kennt alle kylling  – Hähnchen – das man zum Beispiel im Imbiss bestellen kann? En halv kylling ist „ein halbes Hähnchen“.

Man sollte aber wirklich en halv kylling [en hell külling] bestellen – bestellt man [en hell killing] – en halv killing- , bestellt man versehentlich ein halbes Kätzchen, was sicher niemand wirklich möchte.

Die größten Herausforderungen sind jedoch der Buchstabe A, das D sowie der sogenannte Stød (der wird allerdings nicht heute, sondern zu einem späteren Zeitpunkt thematisiert werden)

 

Starten wir mit der Aussprache des Buchstabens A

 

Das A spricht sich im Dänischen wie ein [ä].

Unter bestimmten Voraussetzungen wird es allerdings wie ein deutsches [a] gesprochen:

[a] in allen r-Verbindungen (also wenn ein R direkt vor oder direkt nach dem A steht)

Beispiel: Randers, far (Randers, Vater)

[a] vor der Buchstabenkombination -ng

Beispiel: mange, lang (viele, lang)

[a] wenn das [a] kurz ist und vor dem Buchstaben -m steht

Beispiel: ham (ihn, ihm)

[a] wenn das [a] kurz ist und vor dem Buchstaben k steht

Beispiel: tak, pakke (danke, Paket)

 

Aussprache des Buchstabens D

 

Wenden wir uns jetzt mal der „Kartoffel im Mund“ zu, denn die Aussprache des Buchstabens D ist der Grund für diese oft zitierte Assoziation.

Das D wird wie [d] ausgesprochen, wenn es an Wort- bzw. Silbenanlauten steht

Beispiele hierfür sind Danmark, søndag, hvordan (Dänemark, Sonntag, wann?)

 

Das D ist stumm [/] nach l-, r- und n-

Beispiele: Tyskland, Kolding, bord (Deutschland, Kolding, Tisch)

 

Das D ist ebenfalls stumm [/] vor -s und -t
Beispiele: plads, godt (Platz, gut)

 

und hier die Kartoffel: D wird nach einem Vokal [ð] ausgesprochen

Das [ð] ist ein Laut, der im Deutschen so nicht existiert. Beim Fremdsprachenlernen muss man nicht nur die Aussprache, sondern auch das Gehör trainieren (das bedenken Lerner meist nicht) – daher ist es nicht verwunderlich, dass der Laut [ð] erstmal klingt wie ein [l]. Es gibt allerdings einen Unterschied: bei der Aussprache des Buchstabens [l] befindet sich die Zungenspitze hinter den oberen Schneidezähnen. Beim [ð] jedoch ist die Zungenspitze hinter den unteren Schneidezähnen, wodurch die Mitte der Zunge Richtung Gaumen gewölbt wird – und so entsteht das „heiße Kartoffel“-Phänomen.

Beispiele: rød grød med fløde (rote Grütze mit Sahne)

 

Also nochmal das Wichtigste zusammengefasst

æ   [ä]
ø    [ö]
å    [ǫ]
y    [ü]
v    [w]
s    [s]

a wie [ä]

Ausnahmen sind:

[a] in r-Verbindungen
[a] vor -ng
[a] wenn kurz und vor -m
[a] wenn kurz und vor -k

d wie [d] in Wort- und Silbenanlauten
[/] nach n-, r- , l-
[/] vor -s und -t
[ð] nach Vokal

Kapidaenins Lautschrift der Beispielwörter:

[faah] [ranners] [mange] [lang] [hamm] [tack] [packe] [ssönn-day] [wor-dänn] [tüsk-länn] [kolling] [boor] [pläss] [gott] [röð gröð með flöðe]

 

Was sagt Ihr – ist doch gar nicht so wild, oder? Keine Sorge, wir üben das noch!

 



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