Instagrammerin Jane Marie Madsen über Weihnachten

Instagrammerin Jane Marie Madsen über Weihnachten

Weihnachten ist für mich immer auch Erinnerung an die Kindheit und ich habe mir die Frage gestellt, wie es wohl anderen geht – ob und in welcher Weise auch für sie Weihnachten vor allem erstmal Kindheit ist. Ich freue mich sehr, dass es Menschen gibt, die offenbar ähnliche Gedanken in der Weihnachtszeit haben und bereit waren, mir auf meine Fragen zu antworten.
Besonders interessierte mich die Frage nach dem Weihnachten in der Kindheit und welche Rolle es heute spielt sowie bzw. oder die Frage nach dem Weihnachtsessen in der Kindheit – gibt es das auch heute noch? Vielleicht sogar jedes Jahr wieder?

Diese kleine Adventskalender-Reihe führe ich heute fort mit Jane Marie Madsen, der Frau hinter dem tollen Instagram-Account @thyholm_dk

 

 

(c) Jane Madsen Juledekoration

 

 

Das Weihnachten meiner Kindheit startete am zweiten Wochenende im Dezember. An diesem Wochenende wurde in meiner Schule Lucia gefeiert – Freitag- und Samstagabend haben die Kinder aller Klassenstufen kleine aufgeführt, die sie sich selbst aussuchen durften. Zum Schluss gab es immer eine kleine Theatervorführung mit Julenisser – Weihnachtswichteln –  und natürlich dem Lucia-Umzug.

Gleichzeitig war dieses Wochenende auch das Wochenende, an dem bei uns zuhause gebacken wurde. Es wurden mindestens sechs Sorten Kekse gebacken – Pebernødder (Pfeffernüsse), Brunkager (Braune Kuchen), Specier ( Gewürzkekse), Jødekager (erinnert Ihr Euch an das Rezept?), Vaniljekranse (Vanillekränze) und Finskbrød (Finnenbrot). Und zwar in großen Mengen! Die Kekse wurden dann sehr sorgsam in den schönen Keksdosen verstaut und bis Weihnachten gut versteckt. Sie kamen höchsten vorher zum Vorschein, wenn wir Besuch bekamen.

An diesem Wochenende wurde auch geschmückt – die Weihnachtskartons wurden hervorgeholt und Weihnachtsschmuck im ganzen Haus verteilt.

Heute backe ich keine Kekse mehr. Viele Jahre tat ich es noch, weil ich glaubte, es gehöre einfach zu Weihnachten dazu. Da ich selbst aber keine Kekse esse und ich mehrere Jahre im Januar mit den Resten Vögel gefüttert habe, hörte ich damit auf.

Aber weihnachtlich schmücken, das tue ich auch heute noch. Ich schmücke aber etwas früher – ich beginne damit manchmal sogar noch vor dem ersten Dezember. In meiner Kindheit hatte jede Weihnachtsdekoration ihren Platz – und dort hing sie auch – Jahr für Jahr.

Heute suche ich selten alle Weihnachtskartons durch, oft kaufe ich neue Dinge oder ich dekoriere mit Zweigen und Tannenzapfen oder was ich sonst so in der Natur finde. Und das ist tatsächlich auch etwas aus meiner Kindheit. Auch mit meiner Mutter bastelte ich Weihnachtsschmuck aus Naturmaterialien – meist aber erst kurz vor Heiligabend, damit alles frisch und hübsch aussah. Heute sammele ich schon das ganze Jahr hindurch und zusammen mit meinen Schwestern, Nichten und Freunden mache ich dann im Dezember einen Basteltag. Dann essen wir Æbleskiver und trinken Glögg und sorgen für Weihnachtsschmuck in großem Stil.

 

(c) Jane Madsen Kalenderlys

 

 

Immer am zweiten Sonntag im Advent findet in der Hvidbjerg Kirke ein besonderer Gottesdienst statt – De ni læsningerDie neun Lesungen. Alle Chöre der Region Thyholm nehmen daran teil und in all ihrer Unterschiedlichkeit schaffen sie eine phantastische Stimmung – hier wird echte (Vor-)Weihnachtsfreude verbreitet. In den letzten Jahren habe ich immer diesen Gottesdienst statt den an Heiligabend besucht

An Heiligabend habe ich nämlich zusammen mit meiner großen Schwester und einer meiner Nichten eine neue und etwas andere Weihnachtstradition geschaffen. An diesem Tag fahren wir immer in den Randers Regnskov. Das ist wirklich total gemütlich und entspannend dort inmitten der ganzen Pflanzen und Tiere.

Das Weihnachtsessen bei uns ist ein Kapitel für sich. Es gibt viele unterschiedliche Traditionen und Vorlieben und in unserer Familie sind wir bestrebt, an Heiligabend alle am Tisch glücklich zu machen.

Deshalb haben wir manchmal sowohl Truthhan, Schweinebraten, Medisterpølser als auch Frikadellen. Bei den Beilagen wiederum sind wir uns alle einig: Salz- und Karamellkartoffeln, Soße, Rotkohl und Asier (eingelegte Gurken).

Und zum Nachtisch Ris à l’amande , bei dem natürlich das mandelgave für denjenigen, der die ganze Mandel im Reis findet, nicht fehlen darf.

Nach dem Essen wird um den Baum getanzt, unter dem alle Weihnachtsgeschenke liegen. Wir singen ganz viele Weihnachtslieder zusammen – vor allem die älteren, traditionellen Lieder. Abwechselnd darf sich jeder ein Lied wünschen – der älteste in der Runde beginnt – und dann singen wir jeweils eine Strophe gemeinsam.

Danach werden die Geschenke verteilt, und zwar vom Jüngsten in der Runde. Jedes Jahr versuchen wir, die Geschenke nacheinander auszupacken, so dass alle dabei zusehen können, aber meist gelingt uns das nicht, weil wir alle viel zu gespannt darauf sind, was wir wohl geschenkt bekommen.

Am zweiten Weihnachtstag trifft sich die gesamte Familie zum Julefrokost. Es wechselt von Jahr zu Jahr, bei welchem Familienmitglied wir uns alle treffen und jeder bringt ein Gericht mit.

Bei uns wird das immer ein sehr traditionelles Julefrokost: Hering und Eier, oft Lachs und auch noch anderer Fisch, Grünkohl, Karamellkartoffeln und Kasseler, gestovter Kohl und Medisterpølse, Kartoffelsalat und Frikadellen, Schweinebraten mit Schwarzbrot und Rotkohl, Rullepølse mit Schwarzbrot und Italiensk Salat und Zwiebeln, Sülze mit Roter Bete und Senf.

Zum Abschluss gibt es Käse und Obst. Julefrokost dehnen wir den ganzen Tag aus und, natürlich gibt es auch Bier, Brause und Schnaps dazu. Am Abend können wir alle fast nach Hause rollen.

 

(c) Jane Madsen Julefrokost

 

Det lyder helt fantastisk!

Mange tak, kære Jane, og rigtig glædelig jul og glade fødselsdage til dig og hele din Familie!



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