Bild des Monats – Solskin i den blå stue

Anna Ancher: “Solskin i den blå stue”. 1891. Skagens Kunstmuseer


Das Gemälde zeigt Helga, Tochter von Anna und Michael Ancher.

Sie sitzt in der blauen Stube ihrer Großmutter Ane in Brøndums Hotel und häkelt. Wie bei vielen Arbeiten Anna Anchers gibt es auch hier keine wirkliche Handlung, vielmehr sind das Spiel des Lichts und die kontrastierenden Farben des Gemäldes das eigentliche Thema des Bildes. Das Sonnenlicht materialisiert sich buchstäblich in dem Muster der blauen Wand links von Helga. Gelb und Blau sind immer wiederkehrende, kontrastiv gegenübergestellte Farbkompositionen in Anna Anchers Werk. Die blaue Wand und Annas blaues Kleidchen stehen in starkem Kontrast zum Gelb des Bodens und des ins Fenster fallende Sonnenlichts. Und auch Annas Haar leuchtet geradezu in hellem Gelb!


Anna Anchers Charaktere sind oftmals derart in ihr Tun vertieft, mit ihren Aufgaben beschäftigt, dass sie die Anwesenheit des Betrachters nicht zu bemerken scheinen. Auch Helga ist vertieft und konzentriert sich auf ihre Handarbeit. Sie bemerkt uns nicht. Einzige Art der Interaktion der Personen im Bild findet statt zwischen dem oben links in der Ecke befindlichen Bild der Jungfrau Maria und Helga, auf die sich ihr Blick gerichtet zu haben scheint.

Das Gemälde hat eine Größe von 65,2 x 58,8 cm und ist in Öl auf Leinwand gefertigt.


Anna Ancher, geborene Anna Kirstine Brøndum, war die einzige der Maler auf Skagen, die hier geboren und aufgewachsen ist. Sie war die Tochter von Ane Hedvig und Erik Brøndum, die das Gasthaus und Lebensmittelgeschäft der Stadt betrieben.

Anna war noch ein ganz junges Mädchen als die Maler begannen, nach Skagen zu kommen. Sie verfolgte deren Arbeit mit großem Interesse und begann schließlich auch selbst zu zeichnen und zu malen.
Einer der Maler, die nach Skagen kamen, war Michael Ancher. Schnell kamen sich Anna und Michael näher und verlobten sich. 1880 folgte die Hochzeit der beiden. Tochter Helga wurde 1883 geboren, ab 1884 wohnten sie gemeinsam in ihrem Haus im Markvej, das heute als Museum eingerichtet ist.


Annas Karriere war einzigartig – allein die Tatsache, dass es zu jener Zeit für Frauen weder üblich war, eine künstlerische Ausbildung zu machen, sie hatten eigentlich nicht einmal Zugang zur Akademie der bildenden Künste. Anna besuchte jedoch drei Jahre lang Vilhelm Kyhns Malerschule für Frauen in Kopenhagen bis 1878. Kyhn war der Meinung, Anna solle ihre künstlerische Ader und Malerei aufgeben und sich ihren häuslichen Pflichten widmen als sie heiratete. Glücklicherweise folgte sie diesem Rat nicht. Ganz im Gegenteil. Im Jahr ihrer Hochzeit mit Michael stellte sie ihre Werke erstmals aus.


Anna zeigte in ihren Werken ihre unmittelbare Lebensumgebung – ihre Heimat Skagen, Kinder und Frauen. Besonders aber interessierte sie sich für Farben und das Licht, der erzählerische Inhalt ihrer Bilder war ihr weniger wichtig.


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